Mittwoch, 14. Januar 2009

DieTorwartfrage besitzt Zündstoff


Von Kerstin Thesing, 13.01.09, 23:29h, aktualisiert 13.01.09, 23:31h

Faryd Mondragons Vertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn er in der Rückrunde noch acht Spiele bestreitet. „Ich gehe davon aus, dass er bei uns bleibt“, sagte Manager Michael Meier am Dienstag. Eine Stammplatzgarantie ist damit jedoch nicht verbunden.

BELEK - Faryd Mondragon ist seit 17 Jahren Fußball-Profi und mit 37 Lenzen einer der betagtesten Bundesliga-Profis. Dass da Spekulationen um die Verpflichtung eines neuen Torwarts für den 1. FC Köln aufkommen, steckt in der Natur der Sache. Die aktuelle Nummer eins verfolgt die Diskussion interessiert, andererseits verlängert sich Mondragons im Juni auslaufender Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr, wenn er in der Rückrunde noch acht Spiele bestreitet. „Ich gehe davon aus, dass er bei uns bleibt“, sagte Manager Michael Meier am Dienstag. Eine Stammplatzgarantie ist damit jedoch nicht verbunden.

„Ich habe zu Trainer Daum und Manager Meier gesagt, dass es mir nichts ausmacht, wenn im Sommer ein neuer Torwart kommt, wenn dieser wiederum nichts dagegen hat, die Nummer zwei zu sein“, stellte Mondragon gestern im Trainingslager in Belek fest; das Blitzen in seinen dunklen Augen zeigte deutlich, dass es ihm sehr ernst damit ist, und er fügt hinzu: „In dem Moment, in dem ich merke, dass ich nicht mehr Stammtorhüter bin, muss ich eine Entscheidung treffen.“ Und die dürfte „Karriereende“ lauten.

Trotz seiner bereits 37 Jahre würde Faryd Mondragon gerne noch ein Jahr an seine Karriere dranhängen. „Ich fühle mich wohl. Es macht mir jeden Morgen Spaß aufzustehen, zu trainieren und zu spielen.“ Auch über Weihnachten hat der ehemalige kolumbianische Nationaltorwart fleißig gearbeitet, um sein Gewicht zu halten. Aber Mondragon betonte auch gestern wieder, dass er seine Karriere in Köln beenden werde. Mit seiner Leistung in der Hinrunde ist die Leitfigur der aktuellen FC-Weltauswahl zufrieden. Der Routinier weiß, dass er sich einige Patzer geleistet hat, „aber niemand kann ständig auf seinem Top-Niveau spielen, nicht einmal Ronaldinho oder Cristiano Ronaldo.“

Christoph Daum muss jedoch perspektivisch denken: „Am liebsten hätte ich in der kommenden Spielzeit einen Mondragon in Bestform. Ich verstehe auch, dass jeder Spieler die Nummer eins sein will, aber wir müssen davon ausgehen, dass wir für Qualität in der Breite sorgen müssen.“ Die derzeitige Nummer zwei, Thomas Kessler, sei ein hochtalentierter Torhüter. „In einigen Spielen hat er schon gezeigt, wozu er in der Lage ist, aber man weiß nie, wie ein Profi im Ernstfall reagiert“, so Daum. Die Nummer drei, Miro Varvodic, findet Daum „hochinteressant“. Auf den 19-Jährigen von Hajduk Split haben die Kölner eine Kaufoption. „Wir wissen noch nicht, ob wir die ziehen“, sagt Manager Meier.

Zuletzt hatte es von FC-Seite Verhandlungen mit dem 20-jährigen Ralf Fährmann gegeben. Der Schalker entschied sich aber für Eintracht Frankfurt mit der Begründung, dass dort „die Chance größer ist, auf jeden Fall zu spielen“. Gerüchte, wonach sich die Kölner anschließend um den Bielefelder Dennis Eilhoff bemüht hätten, dementierte Meier gestern. Der Manager weiß genau um die Bedeutung Mondragons. Wie Daum schätzt er den 37-Jährigen als „Führungspersönlichkeit“. „Er ist für den Zusammenhalt der Mannschaft und für die charakterliche Stärke wichtig“, ergänzt der Trainer.

Was Mondragon macht, falls die Zeichen doch auf Trennung stehen sollten, weiß er noch nicht genau. „Es gibt drei sehr schwierige Jobs im Fußball: Den Schiedsrichter, den Trainer und den Torwart. Einen habe ich schon gemacht. Ob ich jetzt den Mut habe, auch noch Trainer zu werden, das weiß ich nicht.“

Quelle: Rundschau

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