Haie - Duisburg
Und zum Schluss ein gespielter Witz
Von MARTIN SAUERBORN, 11.01.09, 22:49h
Das Eishockey-Kellerduell der Kölner Haie in der Lanxess-Arena gegen die Füchse Duisburg nahm zumindest ein gutes Ende: 4:3 nach Verlängerung hieß es am Ende. Voraus gingen 60 grausame Minuten, in denen einige Kölner erneut den Eindruck machten, als wollten sie die Vertragsauflösung erzwingen.
KÖLN - Nonstop Nonsens: „Dauerhafter Blödsinn“ - eine beliebte Slapstick-TV-Show von und mit Dieter Hallervorden, die in den 70er Jahren grundsätzlich mit einem „gespielten Witz“ endete. So wie der Auftritt der Kölner Haie gestern in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen Tabellen-Schlusslicht Füchse Duisburg. „Ein Spiel mit allen Höhen und Tiefen des Sports. Taktisch war das dritte Drittel hervorragend.“ Soweit die Essenz des Fazits von Gästetrainer Hans Willi Mühlenhaus nach 60 grausamen Minuten Sport. Dem wollte Haie-Trainer Rupert Meister nach dem 4:3 (1:1, 2:2, 0:0, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung in Nichts nachstehen: „Wir wollen den Sieg nicht überbewerten. Aber schön, dass Bryan Adams uns noch zu drei Punkten geschossen hat.“ Nun, für einen Sieg in der Extrazeit gibt es nur zwei Zähler. So ein Versehen passiert halt, wenn ohnehin alles schief läuft.
Wäre die Gesamtsituation der Haie nicht so traurig, man hätte über dieses Kellerduell vor immerhin 10 025 Zuschauern in der Lanxess-Arena prächtig lachen können. Allein die Verspätung der von allen Strukturen befreiten Duisburger vor dem zweiten Drittel war ein Brüller: „Man hat vergessen, uns zu sagen, wie spät es ist“ erklärte Mühlenhaus. Vielleicht sollte Füchse-Boss Ralf Pape seinem Interimstrainer eine Uhr schenken.
An den Lachnummern auf dem Eis dürfte Heinz-Hermann Göttsch wenig Gefallen gefunden haben. 25 Millionen Euro hat der KEC-Hautgesellschafter seit 1994 in den Club gesteckt. Als er gestern gemeinsam mit Geschäftsführer Thomas Eichin aus seiner Loge heraus einem weiteren Kapitel des Zerfalls der Misserfolgs-Truppe beiwohnte, dürfte ihm der eine oder andere Cent Leid getan haben. „Herr Göttsch wird sich sicherlich bald zu dieser Situation auch äußern“, berichtete Eichin. Göttsch zählt bekanntlich zu den DEL-Gesellschaftern, die im Hintergrund bleiben.
Wenn aber eine derart hoch bezahlte Profitruppe, wie es die Haie nun mal sind, zum wiederholten Male dermaßen blamabel und lustlos verhält, muss auch dem größten Schweiger das Stimmband platzen. Auf Kölner Seite genügten nämlich allein der zweifache Torschütze Philip Gogulla, Torwart Frank Doyle und mit Abstrichen Siegtorschütze Adams den Ansprüchen. „Mit Daniel Rudslätt, Marcel Müller, Christoph Ullmann und Todd Warriner haben uns heute auch vier Schlüsselspieler gefehlt“, fand Rupert Meister eine Erklärung. Blöd nur, dass andere Schlüsselakteure wie Mats Trygg oder Mirko Lüdemann weiter den Eindruck erwecken, als spielten sie um eine vorzeitige Auflösung ihrer Verträge. Zum Schluss noch etwas Positives: Es war der erste KEC-Heimsieg des Jahres 2009 und die Kölner sind seit gestern nur noch Drittletzter.
Quelle: Rundschau
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen