Kommentar
Zeitenwende
Von Martin Sauerborn, 07.01.09, 21:32h
14Playoff-Teilnahmen in Folge, ein Vorzeige-Club mit optimalen, geradezu luxuriösen Rahmenbedingungen für alle Lohnempfänger: Es hatte triftige Gründe, dass die lebende Trainerlegende Hans Zach die Kölner Haie beim Amtsantritt im Jahr 2002 als „Bayern München des deutschen Eishockeys“ bezeichnete.
Am Image des Musterschülers hat der achtfache deutsche Meister jahrelang erfolgreich gefeilt. Vor dieser Saison lockte gar die Aussicht, sich wirtschaftlich autark von Hauptgesellschafter Heinz-Hermann Göttsch zu tragen. Und nun? Nur neun Monate nach dem verlorenen Finale gegen Berlin liegt der gute Ruf im Staub von zwei Trainerentlassungen, einem 14. Tabellenplatz und finanziellen Engpässen.
Auf der Suche nach dem „Warum“ finden sich viele Antworten. Am Anfang standen das Kompetenzgerangel zwischen Manager Pauels und Trainer Mason sowie der unrühmliche Abgang von Torjäger Ivan Ciernik. Es folgten eine holprige Vorbereitung und die wieder akute Krebserkrankung von Robert Müller. Zu viel, um gut in die Saison zu starten.
Dann reihte sich Fehler an Fehler. Welche Medizin die wenig krisenfeste Geschäftsleitung auch verabreichte, der Zustand des KEC verschlechterte sich von Mal zu Mal. Der Vorzeigeclub mutierte zur Lachnummer. Profis die sich die Finger nach einem Engagement bei den Haien leckten, haben längst woanders angeheuert - und so spielen sie auch.
Die Zeiten beim Kölner EC haben sich derart rasant gewendet, dass einem vor Sorgen schwindelig wird. Ist Eishockey in Köln in der unabwendbar abgespeckten Form überhaupt tragbar? Thomas Eichin, Rodion Pauels und Rupert Meister stellen sich der Herkulesaufgabe. Sie müssen ihre Leistung deutlich steigern, sonst ist auch ihre Zeit abgelaufen.
Quelle: Rundschau
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